Salzbohnen

Es ist ein herrliches Schmor- und Eintopf Wetter. Und natürlich dürfen Salzbohnen da nicht fehlen. Meine habe ich ich vor zwei Jahren selbst eingelegt. Das ist eine ganz einfache Sache. Mal abgesehen von der Tatsache, daß das Putzen und Schnibbeln von acht Kilo Buschbohnen nur bei den ersten zwei Kilo noch Spaß macht. Aber egal, das Ergebnis zählt. Man braucht nur einen vernünftigen Gärtopf. Früher nannte man das Kruke. Ein großer Steingut Topf mit Henkeln. Eine passende Holzplatte zur Abdeckung, ein nasses Leinentuch und einen Stein zum Beschweren. Heute gibt es ganz tolle Gärtöpfe. Hier zum Beispiel. So ein Topf ist eine Anschaffung für’s Leben. Die alte Kruke, in der schon Salzbohnen eingelegt wurden bevor ich auf der Welt war, steht heute in meiner Küche und darf ihr Altenteil genießen. 😉 Hat man einen schönen Gärtopf in die Familie aufgenommen, müssen Salz und Bohnen her. Natürlich schöne knackig frische Buschbohnen. Abwaschen, oben und unten den Zipfel abschneiden und schnibbeln. Das geht relativ schnell mit einem Bohnenschnibbler. Nun wird geschichtet. Bohnen und Salz im Verhältnis 1:1. Also pro Kilo Bohnen, ein Kilo Salz. Den Boden des Topfes mit einer Salzschicht ausstreuen. Eine Lage Bohnen drauf, eine Lage Lage Salz. So lange, bis Die Bohnen verbraucht, bzw. der Topf voll ist. Mit einer Lage Salz abschließen. KEIN Wasser dazu geben. Wenn man möchte können auf die obere Salzschicht gewässerte Tonscheiben gelegt werden, aber eigentlich ist das unnötig. Deckel drauf und in den Rand etwas Wasser gießen, dann ist alles abgeschlossen. Ab in den Keller und warten. Mindesten 6 -7 Monate sollten die Bohnen ziehen. Möchte man nun Salzbohnen kochen, holt man sich die Menge an grünen Bohnen, die man benötigt aus dem Topf. Ich ziehe mir dazu einen Einmalhandschuh über. Die Hand steckt nicht im reinen Salz und ich verschmutze die anderen Bohnen nicht. Die obere Schicht glätten, evtl. ein wenig Salz darüber streuen und Deckel wieder schließen. Durch das Einsalzen bleiben die Bohnen knackig und grün. Sie halten sich über Jahre. Nun haben wir unsere Portion entnommen. Zweimal kräftig reingreifen ist ein gutes Maß. Die Bohnen werden nun abgespühlt. Je länger sie eingesalzen sind, je öfter muß gespühlt werden, evtl. über Nacht wässern. Immer einmal vorsichtig ein winziges Bohnenstück probieren. Nur nicht völlig entsalzen! Sind sie dann soweit, können wir loslegen. Wir brauchen:

Salzbohnen

1 Dose weiße Bohnen mit Suppengrün

4 Kochwürste

Dicke Rippe, oder ein ähnliches Fleischstück nach Belieben

Welches Fleisch genommen werden soll, ist reine Geschmackssache. Wir mögen es nicht gern so sehr fett, also fällt Bauchfleisch schon mal weg. Nackenstücke nehme ich nur, wenn sie relativ mager – wie’s für Nacken eben möglich ist – aussehen. Dicke Rippe schmeckt immer gut. Eisbein, lange genug gekocht und entschwartet, funktioniert auch wunderbar. Ich koch das Fleisch immer separat. So werden mir die Bohnen nicht zu fettgig. Also, Fleisch mit etwas Brühe, oder Gemüsefond in einen Topf und los! In der Zwischenzeit die Salzbohnen in ein wenig Wasser kochen lassen. Nicht zu viel Wasser, wir wollen keine Suppe kochen. Etwa eine Stunde brauchen sie schon. Die Kochwürste gesellen sich schon einmal mit dazu. 45 Min. vor Ende gebe ich die weißen Bohnen dazu. Wer jetzt meckert, daß die aus der Dose kommen, bitte schön. Man könnte auch am Abend vorher weiße Bohnen einlegen und zusammen mit 1-2 frischen Möhrchen zusammen mit den Salzbohnen kochen lassen. Kann man – muß man aber nicht. Abschmecken muß man hier gar nicht so viel. Die Salzbohnen geben den Geschmack vor. Es sei denn, es wurde zuviel gewässert. Ich muß aber sagen, nachsalzen schmeckt immer anders, als eingesalzen. Evtl. ein wenig Pfeffer. Bloß kein Bohnenkraut! Das hat hier gar nichts zu suchen. Zum Schluß binden wir die Bohnen mit ein wenig Stärke. Dazu das Fleisch und Salzkartoffeln anrichten. Es gibt auch fertige Salzbohnen, wenn man keine Lust zum Einlegen hat. Das sind Folienbeutel, die findet man beim Rotkohl und Sauerkraut im Regal. Die schmecken auch sehr gut. In den Beuteln sind die Bohnen in etwas Flüssigkeit eingelegt, das liegt am Herstellungsverfahren. Aber auch hier: probieren und abwaschen. Sonst wird  es eine sehr salzige Angelegenheit. Guten Appetit!

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2 Antworten zu “Salzbohnen

  1. Gabriel Anderhuber

    Genau das was ich gesucht habe super

  2. Haben jetzt ewig versucht herauszufinden, ob man auch Buschbohnen einsalzen kann (in den Rezepten war immer nur von Stangenbohnen die Rede!), bis ich diesen Artikel gefunden habe. Danke schön!

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