Bremer Knipp

Knipp ist nun wirklich ein Ur Bremer Essen. Früher galt es als arme Leute Essen. Heute ist Knipp schon relativ teuer. Das Schöne an Knipp ist, es kommt ohne Gedöhns und Getüddel aus . Einziges Muß – saure Gurke dazu. Das Unschöne an Knipp – Leute, die nicht mehr in Bremen leben, haben arge Probleme an Kipp zu kommen. Schlagen wir mal einen Kreis von 15 km rund um Bremen. Alles, was buten ist, kennt kein Knipp, oder man kann kein vernünftiges Knipp kaufen.  Alles was binnen ist, freut sich. Da gibt es für ausgewanderte Bremer meist nur die Möglichkeit der Care Pakete von Verwandten, oder Freunden. Ich mußte schon Bremer Knipp, Pinkel und Bremer Gekochte richtung Cloppenburg schleppen. Aber was ist Knipp nu eigentlich?! Für die Herstellung von Kipp braucht man:

  • Hafergrütze
  • Schweinekopf
  • fetten Schweinebauch
  • Schweineschmalz
  • Rinderleber
  • Brühe
  • Salz, Pfeffer, Piment

Bei einen guten Schlachter kann man sich das Knipp kochen schenken, und kauft es fertig. Meist wird Knipp in dicken Stangen angeboten, von der dann große Scheiben geschnitten werden. Für zwei Personen gilt – 1 Kilo Knipp! Als Beilage gibt es Bratkartoffeln. Aber ohne groß Schnickschnack. Speck bleibt draußen, der verträgt sich nicht so dolle mit dem Knipp. Bei uns gibt es Schmorkartoffeln dazu. Das sind roh gebratene Kartoffeln, die bei geschlossenem Pfannendeckel garen. Kurz vor Ende muß der Deckel runter und die Temperatur hoch, damit die enstandene Flüssigkeit verdampft und die Kartoffeln kross werden. Während die Kartoffeln garen, machen wir unser Knipp klein. Das ist kalt ein wenig fest. Also in kleine Stücke schneiden und ab in die Pfanne. Erst einmal ohne Fett. Je nach Schlachter kann es mächtig ausfetten, oder es muß nachgefettet werden. Wenn es zu sehr ausfettet, dann gießen wir das Fett ab. Bleibt es trocken, dann kommt etwas Fett dazu. Niemals Öl, auch keine Butter! Schweineschmalz. Es kann ersatzweise auch Margarine sein. Und nun schön kross braten. Wenn es heiß ist, mal kurz probieren. Da gibt’s nun auch von Schlachter zu Schlachter Unterschiede. Eigentlich ist Knipp fertig gewürzt. Ist der Schlachter eher vorsichtiger Natur – das ist mir persönlich lieber – würzen wir etwas nach. Aber NUR  mit Piment. NIX anderes! Ist das Knipp gut gewürzt und kross gebraten, dann is gut. Fertig. Knipp, Bratkartoffeln und Gewürzgurke auf den Teller. Dazu brauchts ein Bier. Was trinkt der Bremer? Na entweder Hemelinger, Beck’s, oder Jever. Wat anneres kömmt uns nich auf’n Tisch.Da läuft jedem Bremer das Wasser im Mund zusammen.  Schön krosses Knipp!

Kross ist ganz wichtig, das darf bloß nicht triefen! Und bleibt was übrig, dann am Abend warm machen und auf Schwarzbrot legen. Wieder ein Bier dazu und gut! Knipp auf Vorrat einfrieren ist nicht die beste Idee. Wege des hohen Fettgehaltes, der es nie komplett durchfrieren läßt, schmeckt es dann ganz komisch. Hier kriegt man Knipp aber ja auch das ganze Jahr über. Das Zeug in Dosen, auf denen außen Bremer Knipp steht, sollte man bloß nicht anrühren. Das schmeckt zum Stein erweichen grausig! Knipp im Lokal zu essen, kann auch furchtbar daneben gehen. Eine fürchterliche Variante habe ich einmal am Nachbartisch gesehen, als die Kellnerin eine Schale brachte, in der ein breiiges Knipp in Fluten von Fett schwamm. Dazu fettige Bratkartoffeln. Grausam! Leckeres Knipp gibt es im Vegesacker Jung am Utkiek. Da schmecken die Bratkartoffeln wie zu hause und das Knipp wie’s soll. Wir können da leider nur in den Monaten mit Außenbestuhlung essen, da die als Kneipe gelten und drinnen geraucht wird. Schade! Nu aber ran an’s Knipp. Guten Appetit!

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Eine Antwort zu “Bremer Knipp

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