Schlehen Gelee

Wenn man etwas ländlich wohnt, hat das so seine Vorteile. Eimer in die Hand und los! Nach den Brombeeren sollten nun die Schlehen runter. In diesem Jahr ist wirklich alles ca. vier Wochen zu früh dran. Die Schlehen sind schon richtig reif, aber mit dem Frost hapert es doch noch. Trotzdem, nix wie runter mit den kleinen Biestern 😉 So sehen sie aus, klein und unscheinbar, aber lecker!Sie sind etwa so groß, wie kleine Murmeln. Die Schlehe, auch Schwarzdorn genannt, blüht wunderschön weiß im März/April am noch kahlen Strauch. Früher wurden Schlehen als natürliche Einfriedung für Weiden genutzt, da die Tiere wegen der Dornen nicht durch die Hecken gehen. Ab Oktober sind die Schlehen voller Früchte. Roh essen kann man sie nicht. Sie sind bitter und sorgen bei rohem Verzehr für unschöne Magen/Darm Tätigkeiten. Auch besitzen sie einen harten Kern, der sich kaum vom Fruchtfleisch lösen läßt. Erst durch Frost wird der Gerbstoffgehalt der Früchte abgebaut. Sind sie, wie in diesem Jahr zu früh dran, wird der Frost simuliert. Entgegen immer wieder propagierten „Das geht nicht!“ – es geht doch! Nur muß man’s richtig machen. Pflücken, in OFFENE Behälter, oder besser in die Schublade des TK kippen und einfrieren. NICHT verpacken! Unsere Schlehen durften sich zehn Tage im Tiefkühler amüsieren. Dann raus, abbrausen, auftauen und ab in den Dampfentsafter. 90 Min. auf Entsaften stellen und los. Kurz vor Ende hab ich die Fruchtmasse kurz mit dem Kartoffelstampfer malträtiert. Das Ergebnis des Entsaftens: aus etwa sechs Litern Früchte – drei Liter Saft. Der Saft hat eine wunderschöne dunkel lila Farbe und riecht fast wie warme rote Grütze. Ein Rest Fliederbeersaft 0,5l war nochda, der durfte mit dazu. Ein Beutel Zitronensäure, vier Tüten Gelierzucker 2:1, zwei Teelöffel Gelierfix und ab die Post in den Topf.Das ist das Gelee. Herrlich fruchtig mit einer herben Note, ähnlich wie bei Fliederbeergelee. Wer noch Schlehen findet, sollte sich einfach mal dran machen. Im Handel gibt es nur von „Grashoff“ Schlehen Gelee. Das ist zwar sehr lecker, aber zu einem rasanten Preis. Machen wir doch lieber selber!               Guten Appetit!

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